Ein Bericht für alle Endgeräte.

Durch Responsive Design werden Online-Berichte nicht nur auf breiten Bildschirmen, sondern auch auf Smartphones und Tablets bestmöglich dargestellt.

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Das Prinzip ist ebenso einleuchtend wie überzeugend: Durch Responsive Design lässt sich ein Online-Bericht für beliebig viele Endgeräte optimieren. Schon jetzt wird diese Technologie in etwa jedem zehnten HTML-Bericht börsennotierter Top-Unternehmen genutzt.

„You never get a second chance to make a first impression“, lautet eine Binsenweisheit im Corporate Publish ing. Der erste Eindruck zählt – sei es vom Cover eines Magazins, einer Broschüre oder der Startseite einer Corporate Website. Gerade bei Online-Berichten werden viele Unternehmen dieser Maxime aber nicht mehr zur Gänze gerecht. Besonders wenn es um mobile Nutzer geht, werden Abstriche bei Darstellung und Usability häufig bewusst in Kauf genommen: Ohne mobile Optimierung erscheinen dann etwa die Inhalte erst durch lästiges Zoomen und Verschieben auf dem Smartphone-Display. Die Folge: viele Nutzer sind frustriert und brechen ihren Besuch schlimmstenfalls sogar ab.

Durch Responsive Design kann dieser Eindruck vermieden werden: Das „reaktionsfähige“ Layout passt sich nämlich dynamisch an die verfügbaren Displaygrößen von Smartphones, Tablets und anderen Endgeräten an. Eine zusätzliche Mobilversion des Online-Berichts ist dafür nicht nötig. Bei der Nutzung mit mobilen Endgeräten orientieren sich Bilder, Grafiken und Texte ganz von selbst an den verfügbaren Displaygrößen; die Navigation wird durch ein eigenes Mobil-Menü ersetzt und Tabellen werden so aufbereitet, dass sie auch auf Smartphones gut lesbar sind. Basis dieser Optimierung sind insbesondere die Webtechnologien HTML5, CSS3 und JavaScript.

Anteil verzwölffacht

nexxar hat den Einsatz von Responsive Design in insgesamt 224 börsennotierten Unternehmen aus internationalen Big-Cap Indizes untersucht. Wurde die Technologie 2012 erst in 1,2 Prozent der analysierten Berichte genutzt, sind es mittlerweile bereits 14,3 Prozent.

Mobile First

Zu den Vorreitern im „Mobile Reporting“ zählt beispielsweise das Unternehmen ABB. Die Schweizer haben im Jahr 2013 sowohl ihren Geschäftsbericht als auch den Nachhaltigkeitsbericht nach einem sogenannten Mobile-First-Ansatz optimiert. Dieser Ansatz geht über ein „herkömmliches“ Responsive Design hinaus, weil die Desktop-Version nicht mehr den Ausgangspunkt des Web-Layouts darstellt. Stattdessen wird das Layout – gewissermaßen umgekehrt – von der kleinstmöglichen (z.B. Smartphone) konsequent zur größtmöglichen Variante (z.B. Desktop) konzipiert. Dazwischen werden durch die Definition verschiedener Breakpoints auch andere Formate, wie etwa das iPad-Mini, abgedeckt.

Spezialfälle bei der Optimierung

Zwischen Pflicht und Kür liegt bei der Optimierung das sprichwörtliche Meer. Viele Sonderfälle müssen für Online- Berichte neu angedacht werden. Drei Beispiele:

Tabellen

Tabellen sind ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensberichten. Ihre Darstellung auf dem Smartphone ist jedoch besonders problematisch: Werden Tabellen auf die Browsergröße verkleinert, so sind sie kaum lesbar. Zahlen dürfen nicht umbrechen und eine Umgestaltung der Tabellen kommt aufgrund der umfangreichen rechtlichen Implikationen ebenfalls nicht in Frage. In konsequent konzipierten Berichten reduziert sich die Breite von Tabellen deshalb nur so weit, wie die Zeilen ohne umzubrechen benötigen. Steht den Tabelleninhalten nicht mehr ausreichend Platz zur Verfügung, greift eine Slide-Funktion, die es dem Nutzer ermöglicht, die jeweilige Tabelle mit dem Finger hin und her zu schieben.

Navigation

Gerade weil Online-Berichte naturgemäß komplex strukturiert sind, kommt einer durchdachten Navigation auf mobilen Endgeräten eine Schlüsselrolle zu: Die normale Hauptnavigation wird ab einer bestimmten Displaygröße durch ein spezielles Mobil-Menü ersetzt. Weil auf dem Smartphone mit den Fingern navigiert wird, werden Klickflächen möglichst großzügig gestaltet. Neben dem Hauptmenü empfiehlt sich der Einsatz einer Flat-Navigation („Weiterblättern“). Gerade Smartphone-Nutzer können sich so besonders schnell und einfach durch einzelne Berichtsteile klicken. Eine Breadcrumb-Navigation sorgt zudem dafür, dass Nutzer im Zweifelsfall immer sofort erkennen, wo sie sich im Bericht befinden.

Features

Es gibt eine Reihe von Features, die auch auf Smartphones sinnvoll sind. Dazu zählen etwa eine Smartphone-gerechte Such-Funktion, der Vorjahresvergleich sowie Videos oder Querverweise. Auch ein Layer-Glossar, eine Druck-Funktion (für WLAN-Drucker) bis hin zu einem mobil-optimierten Download- Manager können Zusatznutzen für mobile User bieten. Das mit Abstand innovativste Feature für Responsive-Design-Berichte ist allerdings ein Java Script-basierter Chart Generator, mit dem sich Nutzer selbst auf dem Smartphone einen interaktiven Überblick über die Entwicklung von Kennzahlen machen können.

 

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